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Schöner, erfolgreicher, wohlhabender – warum wir uns vergleichen?!

"Andere in meinem Alter haben schon Karriere gemacht." / "Mein Bruder hat viel mehr Freunde als ich." / "Das Kind meiner Freundin kann schon krabbeln."

… wir vergleichen uns andauernd mit Menschen aus unserem Umfeld (und darüber hinaus). Ist das gut, schlecht, normal? Was steckt hinter dem Vergleich?


Jeden Tag haben wir im engeren oder weiteren Umfeld mit Menschen zu tun, die dies oder jenes besser oder schlechter können als wir selbst, mehr oder weniger von etwas haben, glücklicher oder unglücklicher wirken. Diese Art des Vergleichs gehört zur Gruppe des sozialen Vergleichs. Wir können uns aber nicht nur mit anderen Menschen vergleichen, sondern auch mit uns selbst. Beim temporären Vergleich nehmen wir Unterschiede unseres aktuellen Ichs zu unserem früheren Ich wahr – denn wir verändern uns ständig, und mit uns unsere Fähigkeiten, Einstellungen, Errungenschaften,…


Ob der Vergleich mit anderen oder uns selbst in uns positive oder negative Gefühle hervorruft, hängt unter anderem davon ab, ob wir einen Abwärtsvergleich oder einen Aufwärtsvergleich vornehmen. Kurz erklärt anhand eines Fähigkeiten-Vergleichs:


Beim Aufwärtsvergleich vergleichen wir uns mit Menschen, die unseres Empfindens nach etwas besser können als wir. Das kann sich zweierlei auswirken. Einerseits kann es uns motivieren, uns zu verbessern. Andererseits kann es aber auch das Gefühl in uns hervorrufen, so weit vom Können der anderen Person entfernt zu sein, dass es gar keinen Sinn macht, dass wir uns anstrengen. Denn so gut wie die/der andere werden wir ja sowieso nie.


Beim Abwärtsvergleich hingegen vergleichen wir uns mit Menschen, die unserer Meinung nach schlechter ausgeprägte Fähigkeiten in etwas haben. Das kann uns ein gutes Gefühl geben, da wir uns dabei selbst aufwerten. Oder aber, wenn auch seltener, der Abwärtsbergleich ruft in uns die Sorge hervor, auch wir könnten einmal abrutschen und an Fertigkeit verlieren.


Vergleiche können uns also motivieren, nach mehr zu streben. Oder aber sie demotivieren uns und führen uns unsere Unterlegenheit vor Augen. Was Vergleiche aber in jedem Fall tun: Sie geben uns Orientierung.

Daher sind auch Ratschläge wie „Hör auf, dich mit anderen zu vergleichen“ vielleicht gut gemeint, aber eigentlich vollkommen unrealistisch. Denn Vergleiche helfen uns, uns mit unseren Leistungen, unserem Können, unserem Verhalten im sozialen Umfeld einzuordnen. Es wird also nie möglich sein, sich nicht zu vergleichen. Was aber lohnenswert sein kann, ist darüber nachzudenken, mit wem wir uns üblicherweise vergleichen, in welcher Hinsicht und wie wir mit unserer eigenen Vergleichs-Bewertung umgehen - denn daran können wir arbeiten.

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