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Vom Wunsch zum Plan – Ziele und den Weg dorthin gestalten

  • vor 1 Tag
  • 2 Min. Lesezeit

Als Menschen setzen wir uns gerne Ziele – und noch lieber erreichen wir sie. Was dabei als „Ziel“ gilt, ist von Person zu Person sehr unterschiedlich: vom Gehalt in Millionenhöhe bis hin zu 30 Minuten Joggen am Stück. Jedes Ziel kann motivierend wirken – oder aber unnötigen Druck erzeugen.


Ziele geben unserem Leben Richtung. In der Systemtheorie wird das Spannungsfeld zwischen Stabilität und Veränderung als zentrales menschliches Bedürfnis beschrieben: Bleibt im Leben immer alles gleich, entsteht Langeweile; sind wir permanentem Umbruch ausgesetzt, fühlen wir uns überfordert.


Ziele helfen uns, unser Leben aktiv zu gestalten und in eine Richtung zu lenken, die uns erstrebenswert erscheint. Sie stärken unser Gefühl von Wirksamkeit und können unserem Leben Sinn verleihen. Das unterstreicht auch der Psychiater Viktor Frankl, der in den sogenannten „schöpferischen Werten“ – etwa dem Abschluss eines Projekts oder dem Erschaffen eines Werkstücks – einen zentralen Zugang zu persönlichem Sinn sah.


Doch nicht jedes Ziel motiviert automatisch. Entscheidend ist, dass es sich um unser Ziel handelt und nicht um eines, das uns von außen auferlegt wird. Übernehmen wir fremde Erwartungen, kann Motivation schnell in belastenden Druck umschlagen. Kennen und internalisieren wir hingegen das Warum unseres Ziels und gestalten aktiv das Wie unseres Weges dorthin, entsteht eine Balance zwischen Leistungsdruck und Stillstand, die persönliches Wachstum ermöglicht.


Können Ziele sexy sein?

Eine bekannte Methode der Zielsetzung ist SMART: Ziele sollten spezifisch, messbar, attraktiv, realistisch und terminiert sein. Diese Struktur hilft, vage Wünsche greifbar zu machen. Auf emotionaler Ebene wirkt diese Art der Zielformulierung jedoch auf viele Menschen nur begrenzt motivierend.


Eine andere Methode, die stärker auf Visualisierung und den konkreten Weg zur Zielerreichung setzt, ist die WOOP-Methode. Entwickelt wurde sie von der deutschen Psychologieprofessorin Gabriele Oettingen.


WOOP verbindet Wunschdenken mit realistischer Planung und umfasst vier Schritte:


  • W – Wunsch: Einen echten, persönlich bedeutsamen Wunsch formulieren und sich emotional damit verbinden.

  • O – Outcome: Den bestmöglichen Zustand der Wunscherfüllung konkret ausmalen und visualisieren.

  • O – Obstacles: Ehrlich benennen, welche inneren und äußeren Hindernisse auftreten können.

  • P – Plan: Für jedes Hindernis einen konkreten Umgangsplan entwickeln.


Am Beispiel Abnehmen bedeutet das: nicht nur festzulegen, wie viel Gewicht wir bis wann verlieren möchten, sondern auch zu verstehen, warum uns dieses Ziel wichtig ist – etwa, um uns wohler im eigenen Körper zu fühlen. Zusätzlich gilt es, typische Stolpersteine zu identifizieren und klare Wenn-dann-Pläne zu formulieren („Wenn mir im Büro jemand ein Stück Kuchen anbietet, dann …“).


Gerade die Identifikation möglicher Hindernisse und der bewusste Umgang mit ihnen machen diese Methode so wirkungsvoll – deutlich wirkungsvoller als eine rein optimistische Haltung oder der bloße Glaube daran, das Ziel schon irgendwie zu erreichen. Studien zeigen sogar, dass ein reines Verharren im Wunschzustand und das ausschließliche Visualisieren des Zielergebnisses ohne klaren Umsetzungsplan die Zielerreichung negativ beeinflussen kann.


Ziele anzugehen erfordert oft Mut. Methoden wie WOOP helfen jedoch, vom bloßen Wunsch ins aktive Handeln zu kommen. Und noch etwas ist wichtig: Ziele dürfen sich verändern. Beharrlichkeit ist wertvoll, doch persönliche Entwicklung kann dazu führen, dass ein Ziel angepasst oder sogar losgelassen werden sollte. Auch das ist Teil eines stimmigen und sinnvollen Weges.

 
 
 

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