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Die Sache mit dem Ehrgeiz …

Ehrgeiz sorgt für den notwendigen Motivationsboost, wenn wir Ziele erreichen wollen. Aber gibt es ein zu viel an Ehrgeiz? Oder ein zu wenig? Woher kommt unser Ehrgeiz und wo führt er uns hin?


Manche Menschen verbinden das Wort „Ehrgeiz“ mit Motivation, Leistungsbereitschaft, Zielstrebigkeit, Fleiß und Ausdauer. Im besten Fall führt unser Ehrgeiz zu einem positiven Streben nach etwas. Aber nicht für jeden steht Ehrgeiz in diesem hellen Licht. Für manche Menschen ist Ehrgeiz gleichbedeutend mit Stress, Druck, Konkurrenz und Ellbogentaktik.


Ist unser Ehrgeiz also nun Motivator oder Diktator?


Wie entsteht unser Ehrgeiz?

Ob unser Ehrgeiz stark oder weniger stark ausgeprägt ist, hängt von unterschiedlichsten Faktoren ab. Neben genetischer Veranlagung ist es vor allem unsere Entwicklungsphase – also sind es vor allem biografische Erlebnisse bzw. die Erziehung – die eine große Rolle spielen. Erfahre ich, für gute Leistungen besonders große Anerkennung zu bekommen, für schlechte Leistungen bestraft zu werden, hängt mein Selbstwertgefühl möglicherweise stark davon ab, durch Erfolg zu glänzen. Wird mir, auf der anderen Seite, in meiner Kindheit wenig zugetraut und habe ich wenig Möglichkeit mich als selbstwirksam zu erleben, baue ich womöglich nie das Vertrauen in mich auf, mir selbst gesteckte Ziele erreichen zu können. Ebenso: Werde ich immer mit anderen verglichen, befeuert das meinen Ehrgeiz – aber weniger um ein intrinsisch motiviertes Ziel zu erreichen, sondern mehr um besser zu sein als andere.


Wofür ist unser Ehrgeiz gut?

Grundsätzlich hilft uns Ehrgeiz dabei, unser Leben aktiv zu gestalten, uns Ziele zu setzen, für deren Erreichen wir Anstrengungen erbringen (wollen). Erreichen wir unsere Ziele dann, bekommen wir nicht nur Anerkennung von außen, sondern können sie uns auch selbst schenken. Das gelingt uns besonders dann gut, wenn die gesetzten Ziele realistisch und auch tatsächlich unsere Ziele sind.


Wann Ehrgeiz zum Problem wird:


  • Wenn wir zu viele Ziele auf einmal verfolgen

  • Wenn wir uns zu hohe / unerreichbare Ziele stecken

  • Wenn wir unsere gesamte Lebenszeit damit verbringen, unseren Zielen nachzujagen

  • Wenn Gedanken entstehen wie „Wenn ich das nicht erreiche, bin ich nichts wert“

  • Wenn andere unter meinem Ehrgeiz leiden, etwa weil ich Grenzen überschreite oder „über Leichen gehe“

  • Wenn ich zunehmend Stress empfinde, wenn ich an mein Ziel denke


Doch nicht nur ein „zu viel“ an Ehrgeiz kann zum Problem werden. Wer gar keinen oder kaum Ehrgeiz hat, wird sich persönlich nicht weiterentwickeln. Denn wir wachsen mit den Aufgaben, die wir uns stellen. Legt jemand so gar keinen Ehrgeiz an den Tag, kann sich dahinter eine Angst verbergen, zu scheitern. Um keinen Misserfolg erleben zu müssen, setze ich mir lieber erst gar keine Ziele. Oder aber diese Menschen wissen um ihre Ziele gar nicht Bescheid. Wer gesellschaftlich also schnell einmal als „faul“ abgetan wird, hat möglicherweise nur noch nicht die Leidenschaft gefunden, die sie/er bereit ist – von Ehrgeiz befeuert – zu verfolgen.


Ein Hinweis noch zum Schluss: So wie es sein kann, dass sich gesellschaftliche oder soziale Ideale in meine eigenen Zielbilder einschleichen, obwohl sie da vielleicht gar nicht hineinpassen, so kann es auch sein, dass Ziele meines „alten“ Ichs nicht mehr zu den Zielen meines „aktuellen“ Ichs passen. Soll heißen: Ziele dürfen sich verändern! Nur weil es während des Studiums mein Traum war, CEO eines großen Unternehmens zu sein, muss das nicht bedeuten, dass das nach der Familiengründung immer noch so ist. Kann es aber!

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