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Was ist schon fair?

Viele Diskussionen – ob in der Beziehung, der Familie oder im Berufsleben – drehen sich um die Frage der Fairness. Ist es zum Beispiel gerecht, dass die Frau staubsaugt und der Mann die Wäsche macht; dass das eine Kind das Haus erbt und das andere Geld; dass der Arbeitskollege den Sitzplatz näher am Fenster bekommen hat?


Es gibt unterschiedliche Wege Fragen der Fairness zu beantworten. Einmal rein objektiv. Viele der oben gebrachten Beispiele können anhand verschiedenster Kriterien bewertet werden. Im Fall der Hausarbeit zum Beispiel anhand der Dauer, die zur Erfüllung notwendig ist. Im Fall des Erbes am rein monetären Vergleichswert. Im Fall des Arbeitsplatzes ganz einfach anhand der Distanz der Arbeitsplätze zum Fenster.


Neben der rein objektiven Beurteilung ist es aber auch möglich, und wahrscheinlich gewinnbringender für alle Beteiligten, eine bedürfnisorientierte Bewertung vorzunehmen.


Zur Verdeutlichung, bleiben wir beim unverfänglichsten der oben genannten Beispiele: der Platz nahe dem Fenster im Büro. Zwar mag die Aussicht am Fensterplatz für alle Kolleg:innen am besten sein, aber vielleicht ist ein Kollege besonders hitzeempfindlich und braucht daher regelmäßiger kühle Außenluft oder eine Kollegin ist – in Zeiten von Corona keine Seltenheit – besonders ängstlich, sich mit Krankheiten anzustecken und hat daher ein Bedürfnis nach regelmäßiger Frischluftzufuhr. Diese Bewertungskriterien sind im Vergleich zur reinen Distanzmessung sehr individuell, schaffen aber gegenseitiges Verständnis und können so Konflikten vorbeugen.


…und übrigens: manchmal ist es lohnenswert, sich auch einfach die Frage zu stellen, ob es einem am Ende wirklich um die Sache – also zum Beispiel den Platz am Fenster – geht, oder nur darum, dass der andere nicht mehr bekommt als man selbst. Einfach so, aus Prinzip…

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